Folge 52: Pluto – Die Wahrheit unter der Oberfläche
Pluto astrologisch verstehen: Warum Transformation kein Konzept ist, sondern Erfahrung
Pluto ist kein Planet, den man „leicht“ beschreibt.
Er ist kein Archetyp, den man einfach erklärt und dann abhakt.
Pluto ist ein Prozess.
In dieser Folge widmen sich Klaudia und Karina dem vielleicht kraftvollsten Prinzip der Astrologie: dem Archetyp der Unterwelt, der radikalen Wahrheit und der Seelenevolution.
Pluto steht für das, was unter der Oberfläche liegt.
Für das, was verdrängt wurde.
Für das, was wir nicht anschauen wollten – und irgendwann anschauen müssen.
Pluto – Hüter der seelischen Schwelle
Wenn Saturn die Grenze des sichtbaren Lebens markiert, dann symbolisiert Pluto die Schwelle zum Unsichtbaren.
Er wurde erst 1930 entdeckt. Astrologisch bedeutet das: Erst seitdem ist die Menschheit kollektiv bereit, sich bewusst mit Themen wie Schattenarbeit, Trauma, Macht, kollektiven Verdrängungen und psychologischer Tiefe auseinanderzusetzen.
Pluto wirkt nicht laut.Er pirscht sich an. Er kommt selten mit einem Knall.
Er wirkt subtil – und dann unumkehrbar.
„Pluto zwingt uns nicht zu sterben – er zwingt uns aufzuhören, totzuspielen.“
Ein zentraler Gedanke der Folge.
Pluto symbolisiert nicht nur den Tod – sondern den Übergang von Überleben zu Leben.
Er zeigt uns:
Wo wir Kontrolle nutzen, um Schmerz nicht zu fühlen
Wo wir Macht ausüben oder Macht abgeben
Wo wir uns selbst sabotieren
Wo wir uns vor unserer eigenen Tiefe fürchten
Der Tod, den Pluto meint, ist selten physisch. Er ist symbolisch.
Es ist der Tod der Illusion. Der Tod der Selbsttäuschung. Der Tod der abgespaltenen Anteile.
Schattenarbeit und Lebensenergie
Pluto ist eng mit dem Schattenkonzept von C.G. Jung verbunden.
Der Schatten ist nicht böse. Er ist abgespaltene Lebensenergie.
Je mehr wir versuchen, diese Anteile zu verdrängen, desto mehr Energie verwenden wir darauf, sie unten zu halten.
Und genau dort bindet Pluto unsere Kraft.
Wird der Schatten integriert, kehrt Energie zurück. Wird er verdrängt, entsteht Ohnmacht.
Macht und Ohnmacht – das plutonische Feld
Ein zentrales Thema dieser Folge ist die Dynamik von Macht und Ohnmacht.
Pluto bringt:
magnetische Ausstrahlung
Intensität
energetische Tiefe
transformative Kraft
Im Schatten zeigt sich:
Manipulation
Kontrollzwang
Machtkämpfe
Opfer-Täter-Dynamiken
Gerade bei starken Pluto-Stellungen – etwa einer Sonne-Pluto-Konjunktion – kann diese Energie schwer haltbar sein.
Sie verlangt Bewusstseinsarbeit. Lebenslang.
Denn Pluto verstärkt alles, was er berührt.
Evolutionäre Astrologie: Warum alles mit Pluto beginnt
In der evolutionären Astrologie beginnt jede Horoskopanalyse mit Pluto.
Warum?
Weil Pluto den „Rucksack der Seele“ symbolisiert.
Die Verlangen, Prägungen und Entwicklungsthemen, die die Seele in dieses Leben mitbringt.
Der sogenannte Pluto-Polaritätspunkt – der exakt gegenüberliegende Grad im Horoskop – zeigt, wohin die Seele wachsen möchte.
Pluto beschreibt nicht nur Krise. Er beschreibt Richtung.
Pluto-Transite – warum sie schwer berechenbar sind
Im Gegensatz zu Saturn lassen sich Pluto-Zyklen nicht so klar zeitlich festlegen.
Pluto hat eine stark elliptische Umlaufbahn. Deshalb erlebt jede Generation ihre Quadrate, Oppositionen und Rückkehrpunkte in unterschiedlichen Lebensphasen.
Was jedoch sicher ist:
Jede:r erlebt plutonische Phasen.
Und sie dauern. Oft ein bis drei Jahre.
Pluto wirkt langsam, tief und nachhaltig.
Wie geht man mit Pluto um?
Nicht mit Widerstand. Nicht mit Bypass. Nicht mit Kontrolle.
Sondern mit Bereitschaft.
Bereitschaft zu fühlen.
Bereitschaft ehrlich hinzusehen.
Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen.
Je mehr wir gegen plutonische Prozesse kämpfen, desto mehr verstärken wir sie.
Je mehr wir uns öffnen, desto mehr wandelt sich der Prozess von Zerstörung zu Alchemie.
Pluto als Geschenk
So paradox es klingt:
Pluto ist kein Feind.
Er ist ein Initiator.
Nach jeder Unterweltreise steht mehr Ganzheit.
Mehr Wahrheit.
Mehr Tiefe.
Mehr Lebendigkeit.
Transformation ist kein Wellness-Weg. Aber sie ist ein Befreiungsweg.
Reflexionsfragen aus der Folge
Wo kontrolliere ich mich, um Schmerz nicht zu fühlen?
Wo halte ich Anteile fest, die eigentlich sterben wollen?
Wo gebe ich Macht ab, um nicht verlassen zu werden?
Welche Version von mir darf enden, damit ich wirklich leben kann?
Fazit: Pluto als Seelenbewegung
Pluto ist nicht nur Transformation. Er ist Bewusstwerdung.
Er ist das Prinzip, das uns in die Tiefe zwingt – nicht, um uns zu brechen, sondern um uns vollständiger zu machen.
Er ist die 13. Fee, die wir lieber einladen sollten.
Denn wer Pluto ignoriert, erlebt ihn im Untergrund.
Wer ihn anerkennt, erlebt ihn als Alchemie.
🎧 Jetzt reinhören in Folge 52.
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